Tägliches Treffen mit dem Tod

Wenn Reinhold erzählt, was er beruflich macht, ist die Reaktion darauf meist eine offene Kinnlade, dann ein Schwall an Fragen. Er ist 32 Jahre alt und arbeitet als Bestatter und Totengräber. Reinhold weiß, was Diamanten mit dem Tod zu tun haben, warum Humor unter Bestatter*innen wichtig ist, und wie es ist, neben dem Leichenkühlraum aufzuwachsen.


TEXT: SIRI MALMBORG

VIDEO: DENISE MEIER

FOTOS: JULIA PABST, EDITH GINZ


Unehrlich lautete das Stigma des Totengräbers im Mittelalter, der Bestatter wurde lange Zeit mit schaurigen Friedhöfen oder trockener Organisation von Begräbnissen assoziiert. Mit Friedhof, Tod und Verstorbenen haben Bestatter*innen heute zwar immer noch zu tun, der Beruf bedeutet aber weitaus mehr: beinharte körperliche Arbeit, Pflege, psychologische Betreuung, Planung und Management. Dementsprechend vielfältig sind die erforderlichen Fertigkeiten. Die Arbeit der Bestatter*innen wird immer noch weitgehend unterschätzt und ist vielen unbekannt – bis es zum Trauerfall kommt.

Für Reinhold und Christine ist die Bestattung nicht nur Beruf, sondern Berufung


Zusammen mit seiner Mutter Christine führt Reinhold das Familienunternehmen Bestattung Esterbauer. Seine Großeltern gründeten im Jahr 1960 eine Tischlerei im oberösterreichischen Geretsberg, zwölf Jahre später folgte das Bestattungsunternehmen. Damals betreuten sie die Trauerfälle von vier Gemeinden, mittlerweile sind es 15. Die dritte Generation der Esterbauers, Alexandra und Reinhold, stehen mit ihren Eltern, Christine und Walter, vor dem Firmengebäude, das vor langer Zeit ein Sägewerk war. Reinhold trägt Outdoorkleidung und Kappe, die anderen drei sind elegant gekleidet.


Hinter ihnen ist die Eingangstür, die zum Empfangszimmer führt. Dort finden Bestattungsplanungen und Trauergespräche statt. Momentan ist der Besprechungstisch durch eine hohe Plexiglasscheibe in zwei Hälften geteilt. Die Coronapandemie hat im Bestattungswesen zwar nicht für wirtschaftlichen Einbruch gesorgt, erschwert aber die Interaktion mit den Angehörigen. "Es ist einfach sehr schwierig, mit der Maske Mitgefühl auszudrücken, oder jemanden ohne Berührung aufzufangen und zu trösten", erzählt Christine. Die FFP2-Masken der Bestatterfamilie sind schwarz.


Die Besttatterfamilie Esterbauer steht vor ihrem Firmengebäude. Christine und Walter mit ihrem Sohn Reinhold und ihrer Tochter Alexandra (von links)

Die Bestatterfamilie Esterbauer: Christine und Walter mit ihren Kindern Reinhold und Alexandra



Särge, Urnen und Diamanten


Der Raum hinter dem Empfang ist mit Holz vertäfelt, entlang der Wände stehen ordentlich aufgereihte Särge zur Ausstellung. Bei genauerem Betrachten lassen sich kunstvolle Details und verschiedene Farbtöne im Holz erkennen. In Regalen stehen Urnen in diversen Ausführungen. Die eine ist schlicht und weiß, die andere ziert ein kleiner, goldener Baum. Es gibt Urnen mit matter Oberfläche und goldenem Deckelrand in moosgrün, dunkelblau oder weinrot.


Die Familie Esterbauer führt jede gesetzlich erlaubte Bestattungsart für alle Konfessionen durch. Während der Sarg Teil der Erdbestattung ist, gehört die Urne zur Feuerbestattung. Dabei wird die verstorbene Person mit dem Sarg in einem Krematorium eingeäschert. Die Asche muss aber nicht zwangsläufig in der Urne landen: Reinhold erzählt, dass manche Angehörige aus der Asche ihrer Verstorbenen sogar Schmuckstücke und Kunstdiamanten anfertigen lassen. Das Verstreuen der sterblichen Überreste ist in Österreich hingegen verboten.


Särge in verschiedenen Ausführungen stehen im Ausstellungsraum. Einer ist weiß mit eingelassenen muscheln, die anderen sind in verschiedenen Naturholzfarben

Diese Särge sind für die Erdbestattung in Grab oder Gruft bestimmt



Angst vorm Abschiedszimmer


An den Ausstellungsraum grenzt ein kleines, schummrig beleuchtetes Zimmer. In der Mitte steht ein offener, ausgepolsterter Sarg, am Kopfende leuchten Blockkerzen und an der Wand hängt ein schlichtes, hölzernes Kreuz. Am Fußende stehen zwei kleine, mit Sand gefüllte Becken, in die feine Kerzen gesteckt werden können. Es ist der Abschiedsraum, in dem die Verstorbenen aufgebahrt werden, um von den Angehörigen ein letztes Mal besucht zu werden. In manchen Fällen brauchen die Angehörigen mehrere Anläufe. Christine erzählt, wieso dieser greif- und sichtbare Abschied so wichtig ist: "Wenn jemand plötzlich irgendwo rausgerissen wird, ist es ganz wichtig für den Trauerprozess, das richtig begreifen zu können. Der Mensch verdrängt das sonst ganz gern und erachtet das oft gar nicht als real. Somit kann man auch nicht richtig trauern, das ist nicht möglich."


Der letzte Abschied von Angesicht zu Angesicht stellt für viele Angehörige jedoch eine große Überwindung dar: "Wenn sie sich von einem Verstorbenen verabschieden, haben sie unendlich Angst vor diesem Schritt, da in diesen Raum zu gehen, wo der Verstorbene ist. Wenn man ihnen erleichtern kann, über diese Schwelle zu gehen, und sie gehen nachher raus und sagen: 'Danke, das hat mir jetzt unendlich gut getan' – das ist eigentlich das Schönste für uns", sagt Christine.


Das Abschiedszimmer. Ein hölzernes Kreuz hängt an der Wand, darunter steht ein weiß ausgepolsterter Sarg, fünf Blockkerzen stehen in einer Halterung am Kopfende. Rechts neben dem Kreuz hängt eine Wandleuchte, von der Decke strahlt ebenfalls schummriges Licht.
Der Abschiedsraum. Ein weiß ausgepolsterter Sarg, am Kopfende stehen fünf Blockkerzen in einer Halterung, an der Wand über dem Sarg hängt ein schlichtes Holzkreuz. Von der Decke kommt schummriges Licht.

Das Ritual des Verabschiedens ist wichtig für den Trauerprozess



Es sind Personen, keine Leichen


Der letzte Raum des Firmengebäudes ist eine Garagenhalle mit niedriger Decke und Boden aus kaltem Zement. Hier lagern schlichte Holzsärge für Feuerbestattungen, Bauteile für Kreuze, und Sanitätssärge – schmale Aluminiumsärge für den Transport verletzter Verstorbener. Christine fährt das Garagentor hoch, davor steht der Leichenwagen. Bestattungsfahrzeug, nennen es die Esterbauers, genauso wie sie nicht Tote, sondern Verstorbene sagen. Manche Bestatter*innen bezeichnen die Verstorbenen als Leichen, um Distanz zu schaffen. Christine hat da einen anderen Zugang: "Für mich sind das immer noch Personen. Das ist kein Leichnam, das ist der Herr Müller. Ich spreche mit meinen Verstorbenen und sage: Frau Maier, jetzt machen wir dich noch hübsch. Jetzt kämmen wir dich, machen dich sauber und betten dich schön ein."


Als Bestatter*in ist man rund um die Uhr erreichbar. Christine erinnert sich an die Zeit vor den Handys, in denen ihre Schwiegereltern im Haus Telefondienst machten und sie bei Bedarf über einen Funkrufempfänger kontaktierten. „Die Handys sind Fluch und Segen zugleich. Man ist überall und immer erreichbar, aber für uns ist es auch ein Stück Freiheit“, erzählt sie. Manchmal sind es nicht Angehörige, die anrufen, sondern die Polizei oder Rettung. Bei Unfällen müssen die Bestatter*innen die Verstorbenen bergen. Die Polizei gibt dann Bescheid, ob die verstorbene Person von der Staatsanwaltschaft freigegeben ist und somit nicht in der Gerichtsmedizin untersucht werden muss. Im Falle einer Freigabe nehmen die Bestatter*innen die verstorbene Person mit.


Eine Bergetrage für den Transport von Verstorbenen steht auf einem stählernen Waschtisch. Die Bergetrage hat Rollen und einen dunkelroten, vershließbaren Bezug, in den eine verstorbene Person gelegt werden kann.

Die Bergetrage muss schmal sein, damit sie durch enge Haustüren und Gänge passt


Eine große Veränderung im Berufsalltag der Bestatter*innen brachten die Kriseninterventionsteams des Roten Kreuzes, die im Jahr 1999 eingeführt wurden. Diese Teams kümmern sich bei Unfällen um die Beteiligten und können akute Krisen betreuen. Christine sieht darin eine große Entlastung: "Nach einem Unfall können wir nicht an der Unfallstelle bleiben, sondern müssen mit dem Verstorbenen wegfahren, und dann ist das Kriseninterventionsteam da."


Haben die Esterbauers einen verstorbenen Menschen vom Sterbeort zum Firmengebäude gebracht, laden sie ihn aus dem Bestattungswagen aus und befördern ihn auf der Bergetrage zur Waschgelegenheit, die sich in einer Nische im hintersten Eck der Halle befindet. Dort werden die Verstorbenen gereinigt, bekleidet und für den Abschiedsraum vorbereitet. In manchen Fällen müssen Wunden versorgt werden, denn leider versterben nicht alle friedlich in ihrem Zuhause. Das ist für Christine mitunter das Schwierigste an ihrem Job: "Es gibt Dinge, die dürften gar nicht passieren, aber die passieren trotzdem. Wenn kleine Kinder verunglücken, wenn junge Menschen aus der Familie gerissen werden, wenn Krankheiten auftreten. Da sagt man: Das dürfte gar nicht sein. Und zu akzeptieren, dass es so ist wie es ist – das ist schwierig."


Ein Bestattungsfahrzeug mit offener Heckklappe. Im Inneren gibt es einen Schienenmachanismus, um Bergetragen und Bergesärge zu befestigen.
Die Waschnische. Auf einem stählernen Waschtisch mit Rollen steht eine Bergetrage. Von der Wand darüber hängt ein Wasserschlauch und ein Gerät zum Heben schwerer Objekte (in diesem Fall für die Körper verstorbener Menschen). Rechts an der Wand ist eine Waschmaschine und ein Waschbecke.n

Aus dem Bestattungswagen wird die verstorbene Person zur Waschgelegenheit gebracht



Jeder Trauerfall ist einzigartig


Neben der Waschnische befindet sich der kleine Leichenkühlraum, in dem eine Trage auf Rollen steht. Darauf liegt eine, in weiße Tücher gehüllte verstorbene Person. Viel mehr als drei solche Tragen sind in dem kleinen Raum schwer vorstellbar. Die Bestattung Esterbauer betreut jährlich zwischen 180 und 200 Sterbefälle, daher reicht der Platz gerade so. "Natürlich kann es sein, dass an einem Tag drei Personen versterben. Aber wir versuchen, jedem Trauerfall die Zeit zu geben, die er braucht, und das Gefühl zu geben, dass er der einzige Trauerfall ist, den wir haben", betont Christine.


Jeder Fall ist einzigartig, das wissen die Esterbauers. Manche Angehörigen brauchen das aktive Mitgestalten der Bestattung für ihre eigene Trauerarbeit, andere sind erleichtert, wenn die verstorbene Person die eigene Bestattung im Vorhinein geplant hat. Hin und wieder ist eine betroffene Familie intern zerstritten oder kaum miteinander in Kontakt. Dann gilt es, zu vermitteln. Oft hilft auch gemeinsames Lachen: "Wenn eine ältere Dame dasitzt und über ihren verstorbenen Gatten Späße macht, muss man oft lachen. Das spürt man in der Situation: Die Leute brauchen das auch", erzählt Reinhold.


Christine Esterbauer steht im holzvertäfelten Ausstellungsraum vor den Särgen. Sie lacht herzlich in die Kamera.

Lachen hilft, auch in Trauerfällen

Gut wäre es, wenn allgemein mehr über den Tod nachgedacht und gesprochen würde, meinen Christine und Reinhold. Einerseits um sich auf das Unumgängliche vorzubereiten, andererseits, weil eine Vorsorge aus rein finanziellen Gründen eine Erleichterung ist. "Man kann den Angehörigen viel abnehmen, wenn der finanzielle Background schon geklärt ist. Man kann viel freier agieren, wenn man nicht schon von Anfang an zittern muss, ob man das überhaupt bezahlen kann. Das ist eine sehr unangenehme Situation", sagt Reinhold. Denn selbstverständlich ist eine Bestattung keine günstige Sache, bedenkt man Materialien, logistische Vorgänge, Organisation, Zeit und Arbeitsaufwand. Verstirbt jemand ohne jegliche Angehörige, übernimmt die Sterbegemeinde die Kosten für das sogenannte Fürsorgebegräbnis.


"Dirndl, vor den Verstorbenen brauchst du dich nimmer fürchten die Lebenden sind wesentlich gefährlicher"

Christine erinnert sich an die Worte ihres Schwiegervaters: "Dirndl, vor den Verstorbenen brauchst du dich nimmer fürchten – die Lebenden sind wesentlich gefährlicher." Sie lacht: "Und da hat er recht gehabt." Zu ihrem ersten Trauerfall fuhr sie mit ihrer Schwiegermutter. "Ich hatte noch nie Kontakt mit einem verstorbenen Menschen gehabt, und diese Angst vor dem Verstorbenen, die war riesig. Ich weiß nicht, was da in meinem Kopf abgelaufen ist, was das für eine Angst war – wahrscheinlich die vor dem Unbekannten." Nach diesem ersten Erlebnis war die Angst verflogen und Christine merkte schnell, dass ihr die Arbeit als Bestatterin lag.


Für ihre Kinder waren die ersten Kontakte mit Verstorbenen keine so große Sache. Als Alexandra und Reinhold klein waren, befand sich die Firma noch im Wohnhaus der Familie. Das Thema Tod und Bestattung war so omnipräsent, dass Reinhold sich nicht mehr genau an seine ersten Kontakte mit Verstorbenen erinnert. Er schätzt, es müsse mit 16 oder 17 Jahren gewesen sein. Angst hätte er damals nicht wirklich gehabt, dafür umso mehr Respekt und Anspruch, alles richtig zu machen: "Ich möchte wirklich jeden Verstorbenen so behandeln, wie ich selbst möchte, dass jemand mit mir umgeht." Alexandra und Reinhold haben sich aus freien Stücken für den Beruf entschieden. Ihre Eltern hätten sie nicht gedrängt, erzählt Reinhold. Weil: "Jeder weiß, alles was man muss, und nicht gerne tut, das wird sowieso nichts."


Reinhold Esterbauer steht im Ausstellungsraum vor den Särgen, im Hintergund ist eine Bergfotografie auf einem Banner zu erkennen. Reinhold lächelt in die Kamera. Ein Porträtfoto.
Christine Esterbauer steht im Ausstellungsraum und lächelt in die Kamera. Ein Porträtfoto.

Reinhold arbeitete schon früh im Familienunternehmen mit, Christine war vor 30 Jahren Quereinsteigerin



Psychische Last und spärliche Supervision


Der tägliche Umgang mit Tod, Trauer und Verlust erfordert natürlich gewisse Charaktereigenschaften, wird jedoch auch durch Erfahrung tragbarer. "Man wird nicht abgehärtet, aber man lernt, damit umzugehen", sagt Reinhold. Aber: "Natürlich es gibt immer wieder schwierige Ereignisse und Situationen, wo man als Bestatter, auch wenn man schon lange Jahre tätig ist, zu knappern hat." Für das Verarbeiten solcher Ereignisse ist man selbst zuständig, denn Supervision und psychologische Betreuung wird den Bestatter*innen nur sehr spärlich angeboten. Das System werde aber zunehmend ausgebaut, freut sich Reinhold. Seit einigen Jahren organisiert die oberösterreichische Landesinnung der Bestatter*innen immer wieder Supervisionsangebote. Aufgrund der langen Fahrtzeit nach Linz oder Freistadt für zwei- oder dreistündige Seminare seien sie aber recht schwierig zu verwirklichen, erzählt Christine.


Stattdessen verlassen sich die Esterbauers aufeinander und greifen zu Hausmitteln wie Sport, Natur und viel offene Kommunikation, um mit den Erlebnissen aus dem Arbeitsalltag klarzukommen. Christine erzählt: "Wenn wir von einem Unfalleinsatz nachhause kommen, dann setzen wir uns mal hin und atmen durch – natürlich nachdem wir die Grundversorgung des Verstorbenen gemacht haben – und dann wird das Ganze mal reflektiert." Reinhold hat sich eine Grenze gesetzt, die erreicht ist, wenn er schlimme Vorfälle nicht mehr selbst verarbeiten kann: "Dann habe ich für mich beschlossen, dass man die Reißleine ziehen muss. Sonst geht man, glaube ich, selber als Mensch kaputt."


"Das ist nicht Beruf, sondern Berufung"

Bestatter*innen müssen nicht nur mit ihren eigenen Erlebnissen klarkommen, denn der Beruf besteht zu einem wesentlichen Teil aus Trauergesprächen und Begleitung der Verluste Anderer. Deshalb zählen Einfühlungsvermögen und Feingefühl in diesem Beruf zu den wichtigsten Fähigkeiten. Dazu müsse man mit beiden Beinen fest im Leben stehen und mit sich selbst im Reinen sein, sagt Christine. Außerdem schafft man den Job nur mit viel Hingabe: "Das ist nicht Beruf, sondern Berufung. Man muss das wirklich gern und mit Herz machen, und einfach für die Menschen da sein wollen. Sonst funktioniert das nicht. Denn ein Mensch merkt das sehr rasch, ob er nur abgehandelt wird und nur eine Nummer ist – oder ob jemand da ist, der einem wirklich zuhört, und das auch hören will."


Während die psychische Dimension des Bestatterberufs langsam mehr in den Fokus rückt, wird zunehmend auch mehr Wert auf ordentliche Ausbildung, vor allem für Quereinsteiger, gelegt. Mittlerweile bietet die Bestatterakademie eine Ausbildung an, die nach zwei Praxisjahren in einem der rund 600 österreichischen Bestattungsunternehmen absolviert werden kann. Aus unterschätzter, teils sogar stigmatisierter Arbeit ist ein anspruchsvoller, aber dankbarer Beruf geworden. Reinhold fühlt sich von den Menschen respektiert: "Der Berufsstand wird meiner Meinung nach immer mehr geschätzt, weil die Leute sehen, was wir für sie und die Angehörigen machen."



"Man fühlt sich absolut nicht unverwundbar"


Vorm Tod selbst haben weder Christine, noch Reinhold Angst. Christine denkt einzig manchmal darüber nach, wie sie versterben wird. "Jeder Mensch glaubt natürlich etwas anderes, was nach dem Tod passiert. Aber ich glaube sehr daran, dass es danach etwas gibt", sagt Reinhold. Er legt im Umgang mit dem Tod viel Wert auf Glaube. "Unabhängig davon, was für eine Religionszugehörigkeit man hat. Ich glaube, dass der Glaube an sich sehr wichtig ist. Egal woran man glaubt."


Die Familie Esterbauer ist durch die tägliche Begegnung mit dem Tod auf sein oftmals unerwartetes Eintreten sensibilisiert. "Man fühlt sich absolut nicht unverwundbar", erzählt Christine. "Als Mama stellt man dann schon Verbindungen her, gerade wenn sie im gleichen Alter wie die eigenen Kinder sind. Da sagt man schon nochmal leichter: 'Schatz, pass auf'."